Es war im Jahr 2008, als Sebastian Reeg und Heiko Hofmann, nach dem Rückzug der Bembelsänger, auf der Suche nach einer neuen Gesangsgruppe für den RCC waren, um den musikalischen Teil der Sitzungen nicht zu vernachlässigen. Nach lose gestrickten Anfragen, kam es dann am 09.09.2008 im KLZ zu einem ersten zusammentreffen. Dirk Ruhl und Matthias Jakoubek (ehemals bereits gemeinsam bei den Dancing Steps tanzend auf der RCC-Bühne) wurden für den Gesang auserkoren. Damit das Ganze auch den hohen Qualitätsansprüchen des RCC Rechnung trägt, wurde Hans-Joachim „HaJo“ Gunkel als musikalischer Leiter gewonnen, der bereits in nicht gerade grauer, aber doch Vorzeit, für die musikalische Untermalung der RCC-Sitzungen sorgte und der als Musiklehrer an der Justin-Wagner-Schule die besten Voraussetzungen für diesen Job mitbrachte. So beschnupperte man sich gegenseitig und Seppl und Heiko schilderten uns ihre Ideen. Am Ende des Abends stand fest: Wir machen das!

So trafen wir uns erstmals am 30.09.2008, wiederum im KLZ, um erste Ideen für Lieder und Texte  auszutauschen. HaJo machte sich dann daran, Noten für sein Akkordeon zu schreiben und Matthias bekannte sich zu seinem Faible fürs Songtexten und schrieb die neuen Texte zu den bekannten Melodien. Am 09.10.2008 trafen wir uns dann erstmals im HaJo-Pub (seinem Partykeller) um erste Gesangsproben zum Akkordeon abzuliefern. An diesem Abend wurde klar, dass die Stimmen von Dirk und Matthias harmonieren und HaJo wurde klar, dass mit den beiden Jungs was zu machen ist.

So trafen wir uns ab dem 10.11.2008 regelmäßig, einmal pro Woche, in einem von HaJo organisierten Proberaum, wo wir mit Mikros und Verstärken üben konnten. An diesem Abend entstand auch unser Name und unser Outfit. Nachdem wir uns insgesamt fünf Namen zur Abstimmung gesucht hatten, schrieb jeder den bevorzugten Namen auf einen Zettel. Als auf allen Zetteln „Pitsche Platscher“ stand, war der Gruppenname geboren. Dass seitdem die Gummistiefel und die Latzhosen zu unserem unverkennbaren Markenzeichen wurden, ergab sich dann fast von selbst.

Um die Mitglieder der „neuen Gesangsgruppe“ wurde fortan durch das Präsidium fast so ein großes Geheimnis gemacht, wie vor der Verkündung eines Prinzenpaares. Und so dauerte es bis zum Neujahrsempfang, bis Sebastian Reeg, zur Überraschung Vieler, die Bombe platzen lies.
Uns war relativ schnell klar, dass wir ein abwechslungsreiches Programm liefern möchten, ohne uns auf einen gewissen Stil festzulegen. Erlaubt ist, was uns und dem Publikum gefällt. Die einzige Konstante besteht darin, auf bekannte Melodien neue Texte zu schreiben. Zu unserm Gruppenlied „Pitsch Platsch“, zu dem wir regelmäßig die RCC-Bühne betraten, gesellten sich in jeder Kampagne vier weitere Lieder.

Erstmals unterstützt wurden wir 2010 von Jenny Jung und Karen Schadek. Doch wie kam es dazu? Da eines unserer Lieder auf einem Samba-Rhythmus basierte, bestand HaJo darauf, dass Dirk und Matthias im Takt rasseln. Die Proben endeten katastrophal. Entweder der Gesang stimmte oder die Rasselei, aber nie Beides gemeinsam. Eine Lösung musste her. Da Show-Brasilianerinnen zu teuer waren, griffen wir auf Schülerinnen von HaJo zurück. Eigentlich wollten wir Dieter-Bohlen-like eine Casting-Show namens „Die Pitsche Platscher suchen die weißen Brasilianerinnen“ veranstalten. Allerdings kürzte HaJo das Verfahren ab, indem er uns kurz nach Weihnachten 2009 Jenny und Karen präsentierte, die uns fortan unterstützen sollten. Die Chemie passte von Beginn an uns so hatten die Pitsche Platscher von dort ab auch eine weibliche Note. Ganz ähnlich lief es dann einige Jahre später ab, als Nachfolgerinnen für Jenny und Karen gesucht wurden. Der Kontakt zu Jana Eppert kam wieder über HaJo. Jana brachte ihre Freundin Christina mit und Christina wiederum ihre Cousine Stephanie Seidler. In unserem letzten Jahr 2017 standen dann sogar alle 5 Mädels mit uns gemeinsam auf der Bühne.

Wie lief so ein Jahr bei den Pitsche Platschern ab?
Wir trafen uns erstmals Ende März. Nicht weil wir unbedingt mussten, sondern einfach, weil es einen riesigen Spaß gemacht hat. Kaum waren wir in einem Raum, fiel ein blöder Spruch nach dem anderen und ein Wortspiel jagte das nächste. Nur ganz selten verging mal ein Training, in dem wir nicht Tränen gelacht haben. In diesem März-Termin also wurden erste Ideen für Lieder der kommenden Kampagne angehört. Bis Ende April standen die Lieder dann fest. Dann machte sich HaJo daran, die Noten und Matthias die Texte zu schreiben. Spätestens Ende Juni traf man sich dann wieder, um erstmals die neuen Texte auf die Musik auszuprobieren. Dann war Sommerpause bis Ende August, bevor das wöchentliche Training begann. Hier ging es zunächst darum, die Stimmen von Dirk und Matthias zu harmonisieren. Wo singen wir eine Endung lang, wo kurz? In den folgenden Trainings ging es dann, unter den strengen Ohren von HaJo, um die Betonung und die klare Aussprache einzelner Wörter, damit das Publikum auch jedes Wort klar versteht. Nach Weihnachten begannen wir dann mit einer entsprechenden „Choreographie“, um die Lieder körpersprachlich zu unterstützen. Nebenbei wurde noch geklärt, welches besondere Outfit-Accessoire zur jeweiligen Kampagne passt.

Wir freuten uns immer wahnsinnig, für unser Publikum singen zu dürfen.

Nach unserem „Karriereende“ 2017 etablierte sich ein monatlicher Stammtisch, der jedes Jahr im Highlight, der Pitsche-Platscher-Weihnachtsfeier, mit Glühwein, scharfe Wörscht und ukrainischem Wodka gipfelt.

PitschePlatscher(2)